Wissenswertes: Motorschaden
Abgerissenes Auslassventil am 3. Zylinder, Kolbenboden zerschlagen, klassischer Schaden bei VW Käfern aufgrund Ölüberhitzung, Schmierungsmangel und Ventilverschleiß Ein Motorschaden kann (neben einem Unfall) der gravierendste Schadensfall im Betrieb von Kraftfahrzeugen sein. Motorschäden können sein (Aufzählung in ungefährer Wertigkeit ihrer Kosten): Motor springt nicht an. Zündungsprobleme Problem der Kraftstoffversorgung bei modernen Autos ev. auch Elektronikproblem (Wegfahrsperre etc.) Motor verliert Betriebsstoffe Kühlflüssigkeit Motoröl Kraftstoff Diese oft leichter lösbaren Probleme werden zumeist in der Fachwelt noch nicht mit dem Begriff ?Motorschaden? benannt, sondern den Problemfeldern Zündung / Kraftstoffversorgung direkt zugeordnet. Schwieriger wird es bei folgenden Punkten: Kompressionsverlust Innerer Verlust von Betriebsstoffen (Zylinderkopfdichtung defekt, führt zu Ölübertritt in den Verbrennungsraum oder zu Kühlflüssigkeitsverlust oder zu Öl in der Kühlflüssigkeit) Ventiltrieb außer Takt / Steuerketten- / Zahnriemen-Defekt Bis hierhin kann oftmals der Motorblock eingebaut bleiben; der Zylinderkopf muss abgenommen werden. Beide Zylinderköpfe, unten rechts mit schwarzem Loch des fehlenden Ventils Sehr aufwendig wird eine Reparatur bei den folgenden Problemen: Ventile auf Kolben aufgeschlagen / krumm / Kolben beschädigt (erfordert Motorausbau, Zerlegung, Aufbohren, neue Kolben mit Übermaß) Gehäuse-Riss (infolge gefrorenen Kühlwassers) allgemeiner großer Verschleiß (bei Dieselmotoren: irgendwann wird wegen zu niedriger Kompression die Selbstzündungstemperatur nicht mehr erreicht; der Wagen lässt sich v. a. im Winter nicht mehr starten). Ölverluste mit Verbrennung (blaue, schwarze Rauchwolken, hoher Ölverbrauch von mehr als zwei Litern auf 1.000 km) Bei diesen letzteren Problemen sind je nach Wert des Fahrzeugs mehrere Möglichkeiten abzuwägen: Abgabe des Fahrzeugs, Ersatzbeschaffung aufgrund Unwirtschaftlichkeit einer Instandsetzung Einbau eines Werks-Austauschmotors Einbau eines Austauschmotors freier Instandsetzungsbetriebe (Kostenvorteil) Einbau eines gebrauchten Motors vom Auto-Verwerter die Komplett-Überholung des Motors Eine Komplett-Überholung setzt einen intakten, rissfreien Motorblock voraus. Folgende Arbeitsschritte sind hier notwendig (unvollständige Aufzählung): Motor ausbauen und komplett zerlegen (zum Teil sind Spezialwerkzeuge vonnöten) Motorblock auf nächstes Kolbenmaß aufbohren, Übermaß-Kolben neu beschaffen Kurbelwellen-Lagerung überprüfen, evtl. Kurbelwelle schleifen und Übermaß-Lager einbauen Pleuel-Lagerung überprüfen, eventuell die Pleuel neu lagern Zylinderkopf erneuern, oder aufarbeiten: neue Ventile, neue Führungen, neue Hydrostößel Nockenwellen-Zustand prüfen, eventuell erneuern Nockenwellen-Lagerung prüfen, eventuell die Lagerbuchsen erneuern Zündanlage überprüfen (Spiel der Verteiler-Welle, Sensoren, Steuergerät) Kraftstoff-Versorgung überprüfen, gegebenenfalls die (Diesel-Einspritzpumpe erneuern, Benzinpumpe testen, Vergaser reinigen und einstellen, eventuell überholen, Einspritzventil-Drücke prüfen usw., je nach Bauarten) mit neuen Dehnschrauben (Pleuel, Zylinderkopf) und neuen Dichtungen (Dichtungs-Satz) alles zusammenbauen, einstellen, prüfen Schwungrad prüfen, Kupplung erneuern Anlasser testen, gegebenenfalls erneuern Als Auftragsarbeit vergeben, kosten Motor-Überholungen ab ca. 1.000 Euro: smart-Dreizylinder-Benziner im Teile-Austausch, ohne Kraftstoff-Versorgung, ohne Zusatz-Aggregate (wie Lichtmaschine, Anlasser), und ohne Lohn für den Umbau bei freien Instandsetzungsbetrieben um 2.000 bis 4.000 Euro für einen "normalen" PKW-Vierzylinder ca. 6.000 bis 10.000 Euro für Sechs- und Achtzylindermotoren der Oberklasse bis zu mehreren 100.000 Euro für Motoren großer Oldtimer oder Rennfahrzeuge.